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Photoshop

Bilder schärfen wie die Profis!

von Andreas Kranz

Januar 2015

/5
Bilder müssen nachgeschärft werden. Eine wirklich geniale Methode in Adobe Photoshop beschreibt der Fotograf Dr. Nicolas Roemmelt in seinem Blog. Hier erfahrt Ihr Schritt für Schritt, wie es geht.
Länge
16:01 Min
Level
  • Profi

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Knackscharf und ohne Artefakte

Schärfen wie die Profis. Das ist ein Artikel von Dr. Nicolas Roemmelt, der sich überwiegend mit Sternenfotografie beschäftigt, und phänomenale Fotos auf Berggipfeln erstellt. Er beschreibt eine Methode zum Schärfen seiner Bilder, die kleine Artefakte aufweist. Ziemlich genial!

vorher nachher

Wann soll ich schärfen?

Ganz am Schluss! Das ist eine klare Aussage, die Ihr generell für alle eure Fotos beherzigen solltet. Erst, wenn Ihr das Bild in einem bestimmten Pixelformat ausgebt, wendet Ihr das Schärfen an. Dabei kann es durchaus sein, dass Ihr Bilder für das Web anders (mehr…) schärfen müsst als Bilder, die Ihr in voller Auflösung für den Druck verwendet. Bearbeitet eure Bilder bis zum Schluss als tif mit vollem Farbumfang, speichert es ab (als psd oder tif) und entscheidet euch erst beim Export für die Ausgabegröße. Damit behaltet Ihr alle Möglichkeiten der Veränderung.

Schärfen

Unterschiedliche Ausgaben (Bildschirm, Print) erfordern unterschiedliche Schärfe. Daher immer ganz zum Schluss schärfen!

Bild vorbereiten

Dupliziert euch eure Ebene mit STRG + J (PC) bzw. CMD + J (Mac). Um den Filter später verändern zu können, benötigt Ihr ein Smart-Objekt. Dazu mit der rechten Maustaste auf die neue Ebene, und im Dialogfenster auf “in Smartobjekt konvertieren” gehen.

Konturen finden im Lab Farbraum

Der RGB-Farbraum, indem euer Bild angelegt sein sollte, bietet keine Luminanz (=Helligkeits-)werte. Damit wir die Luminanzwerte auslesen können, müssen wir unser Bild in den Lab-Farbraum konvertieren. Das machen wir, in dem wir im Menü auf Bild > Modus > Lab-Farbe gehen. Es öffnet sich ein Dialog, der abfragt, ob wir die Ebenen auf eine Ebene reduzieren möchten. Nein – möchten wir nicht, also gehen wir auf “nicht reduzieren”! Auch die Abfrage, ob wir unser Bild rastern möchten (das bezieht sich auf unser Smart-Objekt) verneinen wir.
Jetzt haben wir das Bild im Lab-Farbraum, und in den Kanälen wird uns Lab und als extra Kanal die Helligkeit angezeigt.

L*a*b*

Dreidimensionaler Farbenraum, bei dem der Helligkeitswert L* senkrecht auf der Farbebene (a*,b*) steht.

Konturen finden

Der Kanel Helligkeit ist ideal, um unsere Konturen zu finden. Und Photoshop hat sogar einen Befehl dafür: Diesen findet Ihr im Menü unter Filter > Stilisierungsfilter > Konturen finden. Was Ihr nun seht, sind die fokussierten Bereiche in eurem Bild, also die Bereiche, die anhand von Kontrasten als Kontur erkannt werden. Ziemlich cool – denn genau das ist es doch, was wir durch das schärfen noch herauskitzeln wollen. Klar ist demnach auch, dass Ihr unscharfe Bilder niemals scharf bekommen werdet. Logisch!

Maske vorbereiten

Um die erkannten Bereiche nun schärfen zu können, müsste man eine Maske haben. Kein Problem! Invertiert euch die Ebene “Helligkeit Kopie” in den Kanälen zunächst einmal mit STRG + I (PC) bzw. CMD + I (Mac). Nun habt Ihr schon fast eine Maske. Alles, was nun weiß ist, wird später ausgewählt sein.

Maske anpassen

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zu entscheiden, ob Ihr die Maske noch ausweiten oder einschränken möchtet. Das geht mit einer Tonwertkorrektur, die Ihr im Menü unter Bild > Korrekturen > Tonwertkorrektur oder einfach mit SRTG + L (PC bzw. CMD + L (Mac) auswählt. Durch schieben der Regler erreicht Ihr nun, dass mehr oder weniger Bereiche weiß dargestellt, und somit der Maske zugefügt werden. Erinnert euch: Alles, was weiß ist, wird später geschärft!

Eine weitere Anpassung könnte eine leichte Weichzeichnung der Kanten sein, denn diese sind mit unter recht hart abgegrenzt, was später unschön aussehen kann. Wählt dazu im Menü den Filter > Weichzeichnungsfilter > Gauscher Weichzeichner, und wendet diesen mit etwa 1 Pixel an (je nach Bildgröße kann das mehr oder weniger sein, Bild dazu immer bei 100% betrachten!)

Maske erstellen

Jetzt können wir unsere Maske endlich erstellen, und das geht ganz einfach. Klickt bei gehaltener STRG-Taste (PC) bzw. CMD-Taste (Mac) mit der Maus auf das Vorschaubild der angepassten Helligkeitsebene in den Kanälen. Wird euch zu wenig ausgewählt, klickt Ihr erneut auf das Vorschaubild, dieses mal mit SHIFT + STRG (PC) bzw. SHIFT + CMD (Mac). Diesen Vorgang könntet Ihr auch wiederholen, bis alle Bereiche, die Ihr schärfen möchtet, ausgewählt sind.

Eine weitere Anpassung könnte eine leichte Weichzeichnung der Kanten sein, denn diese sind mit unter recht hart abgegrenzt, was später unschön aussehen kann. Wählt dazu im Menü den Filter > Weichzeichnungsfilter > Gauscher Weichzeichner, und wendet diesen mit etwa 1 Pixel an (je nach Bildgröße kann das mehr oder weniger sein, Bild dazu immer bei 100% betrachten!)

Unscharf maskieren!

Geht nun im Menu auf Filter > Schärfungsfilter > Unscharf maskieren. Hier stellt Ihr zunächst nichts ein. Bestätigt mit OK. Der Filter wird nun unter der Ebene dargestellt, und kann – da wir ja ein Smartobjekt nutzen – jederzeit verändert werden… Cool! Da wir nur die ausgewählten Luminanzwerte schärfen möchten, müssen wir aber zunächst die Füllmethode des Filters auf “Luminanz” setzen. In der Ebene des Filters “Unscharf maskieren” findet Ihr rechts ein kleines Symbol. Wenn Ihr darauf klickt, wird euch ein Dialog angezeigt, in dem Ihr die Füllmethode ändern könnt. Hier bitte “Luminanz” auswählen und den Dialog schließen.

Maske verändern? Kein Problem!

Das tolle an Masken ist, dass wir sie noch verändern können. Klickt dabei mit gedrückter ALT-Taste auf das Vorschaubild der Maske. Mit schwarzer Farbe löscht Ihr Bereiche, mit weißer Farbe fügt Ihr Bereiche hinzu.

Das tolle an Masken ist, dass wir sie noch verändern können. Klickt dabei mit gedrückter ALT-Taste auf das Vorschaubild der Maske. Mit schwarzer Farbe löscht Ihr Bereiche, mit weißer Farbe fügt Ihr Bereiche hinzu.

Ob sich die Mühe der Vorarbeit gelohnt hat, sehr ihr jetzt. Um das Bild zu schärfen, klickt Ihr doppelt in den Ebenen auf “Unscharf Maskieren”. Im Dialog könnt Ihr nun schärfen, wobei sich das Schärfen nur auf die zuvor maskierten Bereiche auswirkt. 

Haltet den Radius relativ gering (normalerweise reichen 1 bis 8 Pixel) und regelt mit dem Stärke-Regler den Grad der Schärfe. Das tolle ist nun, dass man fast nicht überschärfen kann, und sich keine Artefakte bilden.

Bildgröße

Möchtet Ihr das Bild verkleinern, um es zB. im Web auszugeben, könnt Ihr dies tun. Und danach wieder die Schärfe anpassen. Achtet beim Verkleinern darauf, dass euch die Ebenen nicht reduziert werden.

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Dein Trainer

Andreas Kranz

Andreas Kranz ist Fotograf, Filmemacher, Bildbearbeiter, Webdesigner und Youtuber. In seinen Videos erklärt er verständlich und mit ein wenig rheinischem Humor das Fotografieren und die Bildbearbeitung in Lightroom und Photoshop.

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