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Warum ist mein RAW unscharf? Warum sieht mein JPEG besser aus?

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Andreas Kranz

Länge:
15:02 MIN

Einsteiger

Warum ist mein RAW unscharf? Warum sieht mein JPEG besser aus?

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Andreas Kranz

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15:02 MIN

Einsteiger

“Ich fotografiere doch in RAW, dennoch sehen meine Bilder in jpg besser aus”. Rainer sendete mir ein Bild, um zu verdeutlichen, dass seine Fotos keine richtige Schärfe aufweisen. Wir gehen der Sache auf den Grund!

Schärfe: RAW versus JPG

Das JPEG aus der Kamera

Das jpg ist direkt “fertig entwickelt” und auch scharf

Jede Kamera bietet JPG als Standart-Datenformat für seine Bilder an. Ein JPEG (JPG) ist grundsätzlich erst einmal ein komprimiertes Datenformat für Bilder. Dabei sind Kameras intelligent, denn sie “entwickeln” die Bilder bereits in der Kamera, bevor sie als JPEG gespeichert werden. In der Kamera wirkt also ein kleines Lightroom. Der Weißpunkt wird gesetzt, Kontraste, Farben und anderes angepasst, damit das Ergebnis direkt zufriedenstellend ist, und das Bild weiter verwendet werden kann.

Dabei ändert sich der Bildlook, je nach dem, was in der Kamera als Vorgabe eingestellt ist. Es gibt Automatik-Programme für die Bildausgabe, so können Bilder z.B. direkt als Schwarz-Weiß-Bild oder in einem Sephia-Look gespeichert werden. Die Bilder werden auch gleich nachgeschärft. 

Ein großer Nachteil ist, dass uns Bilder, die als jpg z.B. direkt als Schwarz-Weiß-Foto gespeichert werden, nicht mehr in Farbe zur Verfügung stehen. Man muss also vor dem Foto genau wissen, was man in der Kamera eingestellt hat.

Was ist ein RAW?


Scharf? Nicht beim RAW. Hier müssen wir händisch für die Schärfe sorgen!

Moderne Spiegelreflexkameras, Systemkameras, aber auch so manches Smartphone bietet als Datenformat “RAW” an. Das besondere an diesem Bildformat ist, dass die Kamera nichts an dem Rohbild verändert. Das Foto wird aufgenommen, die Bilddaten, die der Sensor der Kamera erfasst, werden ohne Veränderung direkt auf die Speicherkarte geschrieben.
Genau so sieht die Kamera die Aufnahme.

Der Vorteil dieses Datenformates liegt darin, dass nun der Fotograf in der Nachbarbeitung alle Möglichkeiten hat, das Bild nach seinen Vorstellungen anzupassen. Viele Fotografen sagen sogar “I Shoot RAW” und meinen damit, dass sie wirklich alles in RAW fotografieren und nachbearbeiten.

Gleichzeitig hat man im RAW-Datenformat den größten möglichen Farb- und Dynamikumfang, den die Kamera bzw. der Sensor der Kamera erstellen kann.

Nachteil ist, dass man die Bilder wirklich komplett “entwickeln” muss. Dies geschieht in einem sogenannten “RAW-Conferter” – einem Programm, dass aus unserer RAW-Datei wieder ein normales Bildformat erstellt. Der RAW-Conferter übernimmt also händisch die gleichen Aufgaben wie die Kamera, wenn diese ein JPEG ausgibt.

Logisch, dass man nun auch selber nachschärfen muss. Denn ein nacktes RAW sieht nicht nur fad aus, sondern im ersten Eindruck auch ungeschärft.

Was bedeutet schärfen?


Wir müssen unterschieden zwischen der Schärfe der Kamera (bedingt durch die Güte der Linse, den richtigen Fokus, ggf. auch das ISO-Rauschen) und die optische Schärfe, die nachträglich durch das Erhöhen von Mikrokontrasten erreicht wird. Denn Schäfte bedeutet Kontrast. Beim (Nach-)schärfen im RAW-Conferter oder in Photoshop werden also feinste Kontraste erhöht, und das Bild wirkt schärfer.

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Andreas Kranz

Fotograf. Filmemacher. Bildbearbeiter. Retuscheur. Youtuber.
Das beschreibt Andreas Kranz. In weit über 100 Videos erklärt er verständlich und mit ein wenig rheinischem Humor das Fotografieren und die Bildbearbeitung in Lightoom und Photoshop.

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